Grundlagen

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(still under construction...)

Hallo und willkommen auf dem virtuellen Stellwerk! Schön, dass du dich für Bahntechnik interessierst und den Weg zu dieser Simulation gefunden hast! Um dir den Einstieg etwas zu erleichtern und damit du verstehst, wovon die Leute im Forum eigentlich die ganze Zeit reden, haben wir diesen Artikel erstellt. Hier findest du wichtige Grundlagen des Bahnbetriebs kurz erklärt, und, wenn du es genauer wissen willst, ein paar hilfreiche Links zu weiterführenden Informationen.

Stellwerke - wer, was und warum

In den Anfangszeiten der Eisenbahn gab es keine Stellwerke. Weichen und Signale wurden einfach an Ort und Stelle bedient. Dies bedeutete einerseits einen hohen Personalaufwand, andererseits auch große Verantwortung, denn allein der bedienende Wärter war für die Sicherheit des Betriebes verantwortlich. Die Entwicklung von Stellwerken wirkte beiden Problemen entgegen: Mehrere Weichen, Signale etc. werden zentral von einem Ort aus bedient, und verschiedene technische Abhängigkeiten helfen dabei, gefährliche Bedienhandlungen zu verhindern.

Mit den hier simulierten Stellwerken bewegen wir uns ungefähr in der Zeit ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Entwicklung reicht aber deutlich weiter zurück. Einen guten Eindruck von der Entwicklung der Stellwerksbauformen erhält man unter [1].

Einen Bahnmitarbeiter, der auf einem Stellwerk eigenverantwortlich Zugfahrten nach Vorgabe des Fahrplans durchführt, nennt man Fahrdienstleiter, kurz Fdl. In der Simulation übernimmst du diesen Job! Wie in der Realität wirst du manchmal von untergeordneten Stellwerken unterstützt, die dort arbeitenden Mitarbeiter nennt man Wärter. Sie handeln nur nach Anweisung durch den Fdl.

Doch was ist nun eigentlich dein Job? Kurz gesagt: Du musst dafür sorgen, dass Züge rechtzeitig, richtig und sicher fahren. Als Leitlinie dafür gibt es den Fahrplan. Dieser beschreibt, wann welcher Zug wo zu sein hat und wohin er geleitet werden muss. Daraus kannst du schon einmal entnehmen, was "rechtzeitig" und "richtig" im Einzelnen bedeutet. Ein paar Anmerkungen zur Sicherheit findest du in den folgenden Abschnitten. Auch ein Blick in die "Straßenverkehrsordnung" der DB, die Ril 408 "Züge fahren und Rangieren" [2], kann zu dem Thema hilfreich sein.

Signale geben Anweisungen für Triebfahrzeugführer

Anders als beispielsweise Autos fahren Züge in den meisten Fällen nicht auf Sicht, sondern auf Signal. Der Bremsweg eines Zuges ist viel zu lang und die Geschwindigkeiten oft relativ hoch, sodass der Triebfahrzeugführer (Tf) kaum reagieren kann, wenn vor ihm plötzlich ein Hindernis auftaucht. Er muss sich daher darauf verlassen können, dass andere Menschen (nämlich du) dafür sorgen, dass sein Fahrweg richtig eingestellt und frei von Hindernissen ist. Damit du als Fdl dem Tf Anweisungen geben kannst, gibt es Eisenbahnsignale.

Ein Signal zeigt dem Tf im einfachsten Fall an, ob er fahren darf oder anhalten muss. Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl anderer Dinge, die Signale anzeigen können, zum Beispiel die zu fahrende Geschwindigkeit, den eingestellten Fahrweg, oder dass (ausnahmsweise!) auf Sicht gefahren werden soll. Leider gibt es in jedem Land andere Signalsysteme, allein in Deutschland, neben einigen regional beschränkten, drei verschiedene! Willst du dir einen Überblick über die verschiedenen Signalsysteme und -bilder verschaffen, schau doch zunächst mal in die Wikipedia [3]. Wenn du es ganz genau wissen willst, dann wirf einen Blick in das Signalbuch der Deutschen Bahn [4].

Als Fdl musst du über Signale zunächst nicht viel wissen, da du sie im normalen Betrieb kaum direkt bedienen musst. Dies geschieht automatisch durch Festlegung einer Fahrstraße. Auch ist für dich meist nur relevant, ob ein Signal einen Halt- oder Fahrtbegriff zeigt. Entsprechend eingeschränkt ist die Darstellung der Signale auf dem Stelltisch. Was du mit Signalen bei Bedarf so alles anstellen kannst, liest du am besten direkt in den Artikeln über die Gruppentasten für Signale.

Blockeinrichtungen sichern Zugfahrten

Dass sich keine zwei Züge auf dem gleichen Gleis entgegenkommen sollten, dürfte wohl jedem einleuchten. Auf den ersten Blick weniger naheliegend ist vielleicht, dass auch aufeinander folgende Züge der gleichen Richtung einen gewissen Abstand voneinander haben müssen. Durch Blockeinrichtungen wird sichergestellt, dass ein Zug rechtzeitig angehalten werden kann, wenn der vor ihm fahrende Zug aus irgendeinem Grund zum Stehen kommt oder einfach langsamer fährt. Man unterscheidet zwischen den Blockeinrichtungen der freien Strecke und solchen innerhalb des Bahnhofs (Bahnhofsblock).

Einfacher Streckenblock

Früher waren (und sind z. T. auch heute noch) in gewissen Abständen an der Strecke (Blockabstand) Blockstellen eingerichtet. Diese waren mit Personal besetzt. Auch ein Stellwerk an der freien Strecke kann eine Blockstelle darstellen. Zugfahrten werden dann ungefähr wie folgt abgewickelt:

  1. Der Fdl am Bahnhof A meldet dem Fdl am Bahnhof B, dass er einen Zug schicken möchte. Diese Meldung hören alle Blockstellen an der Strecke zwischen A und B.
  2. Fdl B erteilt A die Erlaubnis (siehe auch Erlaubnis-Tischfelder) und signalisiert dadurch, dass er keinen entgegenkommenden Zug in das Gleis schicken wird.
  3. Fdl A stellt das Ausfahrsignal auf Fahrt und lässt den Zug abfahren. Nach Vorbeifahrt des Zuges fällt das Signal wieder auf Halt.
  4. Durch den Streckenblock wird nun sichergestellt, dass das Signal nicht wieder auf Fahrt kommen kann, solange die nachfolgende Blockstelle nicht meldet, dass der Zug dort vollständig vorbeigefahren ist. Diese Meldung kann technisch erst dann erfolgen, wenn das Blocksignal an der Blockstelle nach Durchfahrt des Zuges wieder in Haltstellung ist.
  5. Dies wiederholt sich für jeden Blockabschnitt, bis der Zug im Bahnhof B angekommen ist.

Selbstblock

Wie man sich vorstellen kann, ist der Einfache Streckenblock sehr ressourcenaufwändig, besonders bei kurzen Blockabschnitten. In Verbindung mit der Entwicklung von Gleisfreimeldeanlagen bot sich die Möglichkeit, die Blockstellen zu automatisieren. Ein selbsttätiges Blocksignal im Selbstblock zeigt in der Grundstellung "Fahrt". Registriert die Gleisfreimeldeanlage, dass der nachfolgende Blockabschnitt besetzt ist, fällt das Signal auf Halt und kommt von allein wieder auf Fahrt, sobald der Abschnitt wieder geräumt ist.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Ein Selbstblocksignal gibt es im offiziellen DB-Sprachgebrauch nicht, sondern nur selbsttätige Blocksignale (...im Selbstblock oder im Zentralblock). Davon zu unterscheiden sind wiederum Signale im Selbststellbetrieb: Das sind Signale, die bei Annäherung eines Zuges automatisch eine Fahrstraße für diesen einstellen. Dabei handelt es sich nicht zwingend um Blocksignale.

Zentralblock

Beim Selbstblock waren die Blockeinrichtungen immer noch direkt an den Blockstellen installiert. Im Zentralblock als nächste Entwicklungsstufe werden die Blockabschnitte einem Stellwerk zur Überwachung zugewiesen und die Blockeinrichtungen befinden sich dann zentral im Stellwerk. Im Gegensatz zum Selbstblock zeigen Signale im Zentralblock in der Grundstellung "Halt". Wird eine Fahrstraße in das Streckengleis eingestellt oder nähert sich ein Zug, wird der Zentralblock "angestoßen": Alle Blocksignale bis zum nächsten Stellwerk kommen selbsttätig in Fahrtstellung (sofern die Blockabschnitte frei sind). Nach Zugdurchfahrt fallen sie automatisch wieder auf Halt.

Bahnhofsblock

Auch für Fahrten im Bahnhof sind Blockeinrichtungen nötig. Für Bahnhöfe, die von mehreren Stellwerken aus bedient werden, werden dazu Zustimmungen und Befehle zwischen Fdl und Wärtern gewechselt. In Gleisbildstellwerken sorgt das Einstellen einer Fahrstraße automatisch für die Einhaltung des Blockabstandes: Solange ein Gleis besetzt ist, kann keine Fahrstraße in dieses Gleis gestellt werden, es kann also auch kein Zug einfahren. Dies gilt allerdings nicht für Rangierstraßen, denn wenn z. B. in einem Gleis gekuppelt werden soll, muss natürlich zwangsläufig ins besetzte Gleis eingefahren werden.

Fahren auf dem Gegengleis

Auf Bahnstrecken mit zwei Gleisen ist normalerweise Richtungsfahrbetrieb üblich. In Deutschland wird regulär auf dem in Fahrtrichtung rechten Gleis gefahren. Es gibt aber Situationen, in denen ein Zug auf dem Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung verkehren muss. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Varianten:

Gleiswechselbetrieb

Hier sind beide Gleise in beide Fahrtrichtungen block- und signaltechnisch komplett ausgerüstet. Für den Tf "fühlt" sich die Fahrt daher wie eine Fahrt auf dem Regelgleis an: Es wird auf Hauptsignal (mit Zusatzignal Zs 6) ausgefahren und auch auf Hauptsignal in den nächsten Bahnhof eingefahren. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Signale normalerweise links neben dem Gleis stehen anstatt rechts, wie auf dem Regelgleis üblich.

Signalisierter Falschfahrbetrieb

Die Gleise sind nur in der Regelfahrtrichtung mit Streckenblock ausgerüstet. Allerdings sind stellwerkstechnisch wenigstens Zughilfsstraßen eingerichtet, die vom Ausfahrsignal in das Gegengleis und von diesem wiederum in den nächsten Bahnhof führen. Am Ausfahrsignal wird statt Hp 1 oder 2 das Signal Zs 8 gezeigt, als Einfahrsignal dient entweder ein hoch stehendes Sperrsignal (Einfahrt auf Sh 1) oder ein niedrig stehendes Lichthauptsignal (kann nur Hp 0 und Zs 1 zeigen, Einfahrt auf Zs 1). Auf dem Stellwerk kann es für solche Gleise Anbietefelder geben, damit man dem Nachbarn einen Zug über das ZNP anbieten kann. Ansonsten geschieht das telefonisch.

Falschfahrbetrieb auf Befehl

Hier gibt ist nicht einmal SFB installiert. Zughilfsstraßen können eingerichtet sein, ansonsten ist der Fahrweg in das bzw. aus dem Gegengleis manuell zu sichern. Die Aus- und Einfahrt erfolgt auf schriftlichen Befehl. Züge müssen telefonisch angemeldet werden.