Weichen und Kreuzungen

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Überall, wo zwei Gleise aufeinander treffen, befinden sich Weichen oder Kreuzungen. Der folgende Artikel erläutert, wie diese auf dem Stelltisch dargestellt werden, welche Funktion die verschiedenen Leuchtmelder haben und was bei der Bedienung zu beachten ist.

Weichen

Darstellung

Weiche Melder.PNG

Einfache Weichen werden als Verzweigung im Gleisbild dargestellt. In der Mitte der Weiche befindet sich die Weichentaste (WT) [E]. Neben dem Gleis befinden sich zwei, auf dem Gleis drei Leuchtmelder.

Leuchtmelder

Eine einfache Weiche hat folgende Melder:

  • 2 Stellungs- und Überwachungsmelder (StÜM) [A]
  • 1 Spitzenmelder [B]
  • 1 Verschlussmelder [C]
  • 1 Sperrmelder [D]

Im Grundzustand sind alle Leuchtmelder der Weiche dunkel. Die Lage der Weichen ist dann nicht erkennbar. Um die Weichenlage anzuzeigen, muss die WT gedrückt werden. Daraufhin leuchtet der entsprechende StÜM kurz auf. Das dauerhafte Einschalten des StÜM ist nur für alle Weichen auf dem Stelltisch gemeinsam mit der Stelltischeinschalttaste möglich. Mittelweichen bilden eine Ausnahme: Hier leuchten die StÜM ständig und unabhängig von der Stelltischausleuchtung.

Stellungs- und Überwachungsmelder (StÜM)

Die beiden StÜM [A] dienen gleichzeitig als:

  • Überwachungsmelder – Beim Umlaufen der Weiche blinkt der Melder der Ziellage gelb.
  • Stellungsmelder – Gelbes Ruhelicht zeigt die Weichenstellung an, aber nur wenn
  • Besetztmelder – Rotes Ruhelicht zeigt an, dass die Weiche besetzt ist.
  • Auffahrmelder – Gleichzeitiges Blinken beider StÜM (gelb bzw. rot bei besetzter Weiche) zeigt an, dass die Weiche aufgefahren wurde. Außerdem ertönt ein Wecker.

Spitzenmelder

Der Spitzenmelder [B] leuchtet gelb, wenn eine Fahrstraße über die Weiche gestellt ist, und rot, wenn die Weiche besetzt ist.

Verschlussmelder

Der Verschlussmelder [C] zeigt an, dass die Weiche in einer Fahrstraße verschlossen ist. Solange der Melder leuchtet, kann die Weiche nicht umgestellt werden. Wenn die Weiche selbst im Fahrweg liegt, leuchten außer dem Verschlussmelder auch immer noch der Spitzenmelder und der entsprechende StüM gelb (bzw. rot, wenn die Weiche gerade besetzt ist). Falls die Weiche nur Flankenschutz für die Fahrstraße bieten muss, leuchten lediglich der Verschlussmelder und der entsprechende StÜM gelb.

Sperrmelder

Wenn die Weiche mit der Weichensperrtaste gesperrt wurde, leuchtet der Sperrmelder [C] rot. Außerdem zeigt der StÜM dauerhaft die Weichenlage an.

Flankenschutzüberwachungsmelder

Der Flankenschutzüberwachungsmelder (FlÜM) leuchtet wenn Flankenschutz (Haupt-, Sperr-, Hauptsperrsignal, Weiche oder Flankenschutzumkehr) vorhanden ist. Das Leuchten ist ein Vorraussetzung für die Fahrtstellung von Hauptsignalen.

Switch (Sp Dr S 600)

Die Weichentaste

Mit der Weichentaste kann die Weiche bedient werden. Allein gedrückt zeigt sie die momentane Lage der Weiche durch kurzes Aufleuchten des entsprechenden StÜM an. In Verbindung mit verschiedenen Gruppentasten dient die Weichentaste dazu,

Beispiele

Kreuzungen

An Kreuzungen kreuzen sich zwei Gleise, allerdings ist kein Übergang zwischen ihnen möglich. Einfache Bauformen kommen ohne bewegliche Teile aus. Bei besonders spitzwinkligen Kreuzungen gibt es jedoch oft bewegliche Herzstückspitzen, da sonst die Strecke, in der das Rad des Zuges ohne Führung ist, zu groß wäre. Doch auch Kreuzungen ohne bewegliche Herzstückspitzen müssen im stellwerkstechnischen Sinn "gestellt" werden, da es zwei mögliche Fahrwege gibt, die gegeneinander ausgeschlossen werden müssen. Eine Kreuzung wird daher wie eine Weiche bedient und besitzt ebenfalls eine Weichentaste, vier StÜM, einen Verschlussmelder und einen Sperrmelder.

Kreuzungsweichen

Kreuzungsweichen stellen eine Mischform aus Kreuzung und Weiche dar: Sie ermöglichen sowohl das Kreuzen eines Gleises als auch den Gleiswechsel. Im Gleisbild stellen sie sich als Kreuzungen dar, die mit einer (einfache Kreuzungsweiche) oder zwei (doppelte Kreuzungsweiche) zusätzlichen Linien gekennzeichnet sind. Diese Linien zeigen an, welche Gleiswechsel an der Weiche möglich sind (im Beispiel bei der einfachen Kreuzungsweiche: von links oben nach rechts unten und oben und umgekehrt, aber nicht von links unten nach rechts unten). Man unterscheidet den a/b-Zweig und den c/d-Zweig.

Im Prinzip sind die beiden Zweige nur zwei einfache Weichen, die eine gemeinsame Weichenspitze haben. Beide Weichen lassen sich unabhängig voneinander bedienen (stellen, sperren usw.), daher gibt es für jeden Zweig einen eigenen Verschlussmelder und Sperrmelder. Es gibt allerdings nur eine WT. Daher muss man vor jeder Bedienung mit der Kreuzungsweichentaste sicherstellen, dass der richtige Zweig für die Bedienung vorgewählt ist.

Gleissperren

Gleissperren liegen vor allem an der Einmündung von Nebengleisen (zum Beispiel Rangier- oder Abstellgleise). Sie dienen als Flankenschutzeinrichtung, wenn keine Weiche Flankenschutz bieten kann, indem sie einen Zug, der über sie fährt, zum Entgleisen bringen. Ortsfeste Gleissperren können vom Stellwerk aus auf- und abgelegt werden und werden in diesem Fall wie Weichen bedient. Auch sie besitzen daher eine Weichentaste, einen Verschluss- sowie einen Sperrmelder.

Gleissperren haben in der Regel eine Grundstellung (aufliegend). Nach einer Zug oder Rangierfahrt (oder nach Rücknahme der Fahrstraße) kehrt die GSP nicht selbstständig wieder in die Grundstellung zurück, sondern muss von Hand umgestellt werden (WGT + WT). Der blinkende Verschlussmelder fordert dazu auf.


Mittelweichen

Mittelweichen sind Weichen, die bei einem Ausfahr- oder Zwischensignal mit in der Fahrstraße aufgenommen werden. Sie liegen unmittelbar VOR den Hauptsignale. Die Weichenstellungsmelder der Mittelweichen leuchten immer auf.

Mittelweiche (Sp Dr S 600)


Besonderheiten bei Sp Dr S 600
Ls Signale in der Nähe einer Mittelweiche werden besonders gekennzeichnet durch ein blauer Punkt auf der Signaltaste.

Ls Signal in der Nähe einer Mittelweiche (Sp Dr S 600)


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